Die neuesten McKinsey‑Einblicke zeigen klar: Während der klassische Fahrzeugmarkt nur moderat wächst, explodiert die Bedeutung von Software & Elektronik mit deutlichen zweistelligen Milliardenpotenzialen. SDVs, zonale Architekturen, OTA‑Updates und KI‑Integration sind längst keine Zukunftsvision mehr – sie bestimmen das heutige Kompetenzprofil der Schlüsselrollen in OEMs, Tier 1s und Tech‑Partnern. Gerade KI‑gestützte Funktionen erhöhen dabei die Komplexität und machen datenbasierte Kompetenzprofile noch relevanter.
Als jemand, der seit vielen Jahren Führungskräfte und Expert*innen entlang der globalen Automotive‑Wertschöpfung begleitet, sehe ich drei zentrale Entwicklungen:
1. Führung an der Schittstelle von Software, Elektronik und Produkstrategie
Die nächste Generation von Fahrzeugarchitekturen verlangt Führungskräfte, die komplexe, softwarezentrierte Entwicklungslandschaften orchestrieren können. Gefragt sind Persönlichkeiten, die Hardware‑ und Software‑Roadmaps miteinander verzahnen, Prioritäten konsequent managen und funktionsübergreifende Teams auf gemeinsame Ziele ausrichten – weit über die klassische Funktionsverantwortung hinaus.
2. Führung in Ökosystemen statt Wertschöpfungsketten
Die Rolle des „klassischen“ OEM wandelt sich: Kooperationen mit Tech‑Unternehmen, Halbleiterherstellern, Cloud‑Providern und Start-ups werden zu zentralen Erfolgsfaktoren. Dafür braucht es Führungskräfte, die Partnerschaften strategisch entwickeln, Abhängigkeiten beherrschen und in offenen, globalen Netzwerken sicher navigieren können. Gerade im Kontext KI‑basierter Services steigen Austauschbedarf und Interdependenz – Führung wird zur aktiven Plattformgestaltung.
3. Skalierbarkeit und Geschwindigkeit als Führungsauftrag
Moderne E/E‑Architekturen und Software Defined Vehicles erfordern kontinuierliche Updates, schnellere Releases und iterative Verbesserungen. Dafür sind Führungskräfte notwendig, die agile Organisationsformen aufbauen können, Architekturen skalierbar halten und Teams dazu befähigen, in kürzeren Zyklen zu liefern – ohne an Qualität oder Sicherheit einzubüßen.
Fazit
Der Wettbewerb der Zukunft wird nicht zwischen Unternehmen entschieden, sondern zwischen ihrer Fähigkeit, die richtigen Menschen zu gewinnen, weiterzuentwickeln und langfristig zu binden.
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Geschäftsführender Gesellschafter
Global Head der Practice Group Automotive & Mobility bei InterSearch worldwide
“Offene Kommunikation ist einer der wichtigsten Faktoren für erfolgreiche Arbeit – das gilt ganz besonders für einen so sensiblen Bereich wie die Personalberatung.”